Technik und Infos
Cochlear Implant
Cochlear Implant (CI) ? was ist das ?
Kein Thema ist in den Hörgeschädigtenkreisen immer wieder aktuell wie das Cochlear Implant. Beim Cochlear Implant handelt es sich um eine Innenohrprothese. Dabei wird unter Vollnarkose eine Elektrode in die Schnecke implantiert, die die ausgefallenen Hörzellenhaare überbrückt und die Stimulation der Hörzellen direkt in der Schecke übernimmt. Es gibt gute Erfolge, aber leider auch Misserfolge. Leider kann man vorher nicht Voraussagen, ob eine Implantation einen gewünschten Hörerfolg erzielen kann. Das schwierige ist, dass das Hören ganz neu gelernt werden muss. Dies kann einige Zeit dauern, nicht immer stellt sich der Erfolg wie erhofft ein. Dennoch gibt es kaum jemanden, der die CI-Implantation bereut hat. Man muss sich das im groben in so etwa vorstellen, man fliegt nach ein asiatisches Land und muss ohne Vorkenntnisse die dortige Sprache aneignen.
Voruntersuchung
Zuallererst wird man sich einer Voruntersuchung unterziehen. Dies ist die Voraussetzung um überhaupt in Erfahrung zubringen, ob man für ein Implantat geeignet ist. Diese dauert in der Regel zwei Tage und wird in div. Kliniken durchgeführt. Die Test sind Standartests, man macht eine Reihe von Untersuchungen mit wie z.B. Audiogramm, verstehen von Zahlen mit Kopfhörer bei 65 dB, verstehen von Sätzen und Silben mit Hörgeräte bei einem 1 Meter entfernt stehen Lautsprecher, Gleichgewichttest u. a. Der wichtigste Test, der eine Aussage über die Möglichkeit der Implantation gibt, ist der sogenannte Promotoriumtest. Dabei wird eine Elektrode in den Gehörgang geschoben und man nimmt einige Töne in verschiedenen Frequenzen wahr. Es werden auch Gespräche geführt über die Erwartungen zu einem CI und die psychologische Eignung wird in Erfahrung gebracht.
Für ein Implantat kommt man gegebenenfalls in Frage, wenn die bestmögliche Hörgeräteversorgung keinen Sprachversteherfolg bringen. Wenn man bei mit Hörgeräte ohne Lippenabsehen weniger als 40 % versteht, kann man unter Umständen ein CI-Kandidat sein. Viele Resthörende stellen sich immer wieder die Frage, ob sie nicht noch warten sollen, ob es nicht zu früh ist das Restgehör "aufzugeben". Viele klammern sich noch an dem Restgehör, weil sie sich sagen, dass sie ggf. noch zu gut "hören", auch wenn ihnen eine Gehörlosigkeit bescheinigt wird.
Entscheidung
Es ist eine sehr individuelle Entscheidung, die jeder für sich selbst treffen muß, möglichst ohne jeden Druck von außen. Dies kann einige Zeit (auch Jahre) dauern. Eine Diskussion dazu kann unter www.hcig.de nachgelsen werden.
Hat man sich für eine CI-Implantation entschieden, wird man sich auf das Implantat selbst festlegen. Es gibt mehrere Implantate auf dem Markt, die alle ähnliche Erfolge bringen. Das heisst mit anderem Worten, sie sind alle gleichwertig und habe alle ihre Daseinsberechtigung. Es gibt keine Beweise, dass das eine dem anderem überlegen ist. Am bekanntesten sind Clarion , Nucleus , Med EL . Die grössten Unterschiede liegen im Batterienverbrauch und in der Verarbeitungsstrategie. Da sich die Firmen gegenseitig mit ihren Neuentwicklungen überholen, sollte die Seiten der Hersteller regelmäßig ansehen und aktuelle Trends in www.hcig.de verfolgen.
Es gibt auch keine allgemeine Empfehlung, welches Ohr man nehmen sollte, in der Regel wird man das schlechtere Ohr implantieren, wobei man allerdings die Entscheidung, sofern keine medizinischen Gründe vorliegen, dem Patienten überlässt. Es wird teilweise auch bei bestimmten Voraussetzungen die beidseitige Implantation angeboten. Das eine zahlt die Krankenkasse, das andere wird im Rahmen einer Forschungsstudie implantiert. Dies sollte eine gut überlegte Entscheidung sein. Bei gehörlosen/ertaubten Babies und Kindern wird in der Regel beide Seiten implantiert, da sie die grössten Nutzen erzielen könnten.
Nach der OP, die ca.3 Stunden dauert, wird man nach 7 bis 10 Tagen aus der Klinik entlassen und nach einer Einheilungszeit von ca. 6 Wochen wieder für 2 Wochen in die Kinik zur Basisreha vorstellen. Dort wird der Sprachprozessor programmiert und das primäre Hörtraining beginnt. Nach Ende der Reha kann man eine weitere Reha in Bad Berleburg oder Bad Grönenbach beantragen. Diese wird in der Regel von der BFA bezahlt.
Das Risiko der CI-Operation ist auch nicht viel anders, als bei anderen Ohrenoperationen. Manchmal wird aus versehen der Geschmacksnerv oder der Gesichtsnerv verletzt. Dies kann bei jeder OP im Gesichtsbereich passieren.
Oft stellt sich nach der Implantation inneralb der ersten fünf Tage ein Schwindel ein, der die Irritation des Innenohrs genannt wird. Dieser verschwindet aber mit der Zeit wieder.
Neben der Basisrehan kann man noch eine weitere Reha in Bad Berleburg, in Bad Grönenbach oder in Rendsburg machen. Wärend Bad Berleburg und Bad Grönenbach neben dem 2x am Tag stattfindenden Hörtraining noch andere Rehamassnahmen anbieten, ist in Rendsburg Hörtraining, Selbstbewusstseinstraining pur angesagt.
Grenzen und Risiken
Da es sich beim CI um eine technische Lösung handelt, gibt es auch Grenzen. Es ist kein Wundermittel, sondern es müssen realistische Erwartungen gegeben sein.
Ein CI ermöglichst KEIN normales hören ! Das hören mit dem CI wird in vielfältiger Weise beschrieben, von Mickey Mouse-Stimmen, bis zur Roboterstimme u.a.
Bei jeder Neueinstellung bzw. Nachjustierung muss man sich auf einen neuen Gewöhnungsprozess einstellen.
Es gibt Fälle, bei denen CI-Implantenten nach einer gewisseen Zeit telefonieren können, doch dies sollte man nicht als Indikat nehmen. Man erreicht in der Regel eine Verbesserung zwischen 30 und 70 % über dem Hörgerät, doch keiner kann irgendwas garantieren. Zu viele Faktoren spielen hier eine Rolle z.B. vorhandene Sprachmuster, Intelligenz, Motivation, Lippenabsehen usw.
Man kann Grundsätzlich sagen, dass die Erfolge in der Regel über den Hörgeräten liegen.
Die Erwartungshaltung ist ganz wichtig, denn allzuoft verspricht man sich zu viel von CI und vergisst, dass man selbst viel daran arbeiten muss.
Wenn Sie weiter Informationen zu diesem Thema möchten, schreiben Sie mir doch eine Mail.
